UNESCO-Scouts begeistern für das Trierer Welterbe

Im Jahr 2021 startete ein Projekt, bei dem Schülerinnen und Schüler das Trierer UNESCO-Welterbe erst selbst erforschen, um dann ihr Wissen und ihre Begeisterung anderen zu vermitteln.

Von der Idee zum Projekt

Die UNESCO-Scouts bei Projektstart (© AVG Trier und GDKE/Rheinisches Landesmuseum Trier, Foto: V. Schneider)

Das Gemeinschaftsprojekt wurde zunächst digital und ab dem Sommer vor Ort in den Bauten des Welterbes begonnen. Dabei arbeiten die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und das Auguste-Viktoria-Gymnasium Trier eng zusammen. Unterstützt werden sie vom Bistum Trier, der Evangelischen Kirchengemeinde, der wissenschaftlichen Bibliothek der Stadt Trier mit ihrem UNESCO-Weltdokumentenerbe sowie der Trier Tourismus und Marketing GmbH.
Wie kommen aber nun junge Menschen auf die Idee, sich mit den Trierer Welterbestätten zu beschäftigen? Was treibt sie an, mit anderen ihr Wissen und ihre Begeisterung für „alte Steine“ zu teilen? Hier im Blog stellen sie sich kurz vor.

Warum wollt Ihr UNESCO-Scouts sein?

„Vermessung“ des Doms (© AVG Trier und GDKE/Rheinisches Landesmuseum Trier, Foto: V. Schneider)

Ein Grund ist der Standort unserer Schule, das Auguste-Viktoria-Gymnasium in Trier: In Sichtweite zu Dom und Liebfrauen-Kirche, keine fünf Minuten von Porta Nigra, Basilika (besser: Palastaula) oder Kaiserthermen entfernt, läuft jede und jeder von uns unweigerlich an den berühmten Orten des Welterbes vorbei, kennt sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln, in unterschiedlichen Lichtverhältnissen.

„…und ist es nicht unglaublich faszinierend sich vorzustellen, wie vor Tausenden von Jahren schon Menschen auf den gleichen Steinen standen …“

Eva

Als UNESCO-Projekt-Schule ist es für unsere Schulgemeinschaft außerdem selbstverständlich, dass wir uns mit den Prinzipien der UNESCO auseinandersetzen. So zeigen wir unsere Solidarität mit indischen Kindern und Jugendlichen, indem wir durch jährliche Sponsorenaktionen des Vereins AVG-Indienpartnerschaft den Bau von Schulen in Indien mitfinanzieren und den Kontakt zu diesen Schulen halten.
Die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen unterstützt interkulturelles Lernen, was wiederum die Frage nach der eigenen Kultur und Geschichte schärft. So schließt sich der Kreis: Nur wer sich mit seiner Geschichte auseinandersetzt, kann auf Augenhöhe anderen Kulturen begegnen.

Wie wird man UNESCO-Scout in Trier?

Führung in den Kaiserthermen durch Ansprechpartner der GDKE (© AVG Trier und GDKE/Rheinisches Landesmuseum Trier, Foto: V. Schneider)

Seit April 2021 treffen wir, zehn Schülerinnen und Schüler, uns regelmäßig mit unseren Lehrerinnen, um mehr über die Trierer UNESCO-Welterbestätte zu erfahren. Zunächst einmal müssen alle Bauwerke und auch die für sie verantwortlichen Personen kennengelernt werden. Und da es in Trier mit den sieben römischen Bauwerken, Dom, Liebfrauenkirche und auch dem UNESCO-Weltdokumentenerbe viele verschiedene Orte und Ansprechpartner gibt, ist das keine kleine Aufgabe. Der Anfang ist gemacht und es soll im nächsten Jahr weitergehen – vielleicht dann mit neuen Mitgliedern im Team.

Was macht ein UNESCO-Scout?

Ein UNESCO-Scout vermittelt anderen Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein, was es bedeutet eine UNESCO-Welterbestätte zu sein und was den außergewöhnlichen universellen Wert der Bauwerke in der eigenen Stadt ausmacht.
Die Scouts informieren Gleichaltrige, Jüngere und Ältere über ihre Stadt und Geschichte, schlagen damit Brücken und geben ihre Begeisterung für die alten Steine weiter.
Darüber hinaus wird auch vermittelt, dass der Welterbetitel eine Verpflichtung ist, das Welterbe zu schützen und zu erhalten.

„Der Titel [UNESCO-Welterbe] … verpflichtet die Menschen, das Welterbe zu schützen. Sie [Bauten des Welterbes] zeigen auch, dass wir ein Teil der Welt sind und dass es schon viele Menschen vor uns gab und auch nach uns geben wird. Wir haben die Verantwortung, unsere Erde zu schützen und damit alles, was darauf steht.“

Nicolas

Dafür nehmen die Scouts andere Lernende mit auf Entdeckungsreise durch die verschiedenen Orte des Trierer Welterbes.

Alte Steine und Trierer Lieblings-Welterbeorte – UNESCO-Scouts im Video

Jedes Bauwerk erzählt seine eigene Geschichte, aber alle zusammen gehören zu einer größeren Erzählung. Diese berichtet vom Schicksal einer großen römischen Stadt, die sogar den römischen Kaisern als Residenz diente, und wie sie sich bis ins Mittelalter veränderte.

(© UNESCO-Scouts des AVG Trier)

Wer die UNESCO-Scouts live erleben will, kann sie in der Welterbe-Woche 2021 in den Viehmarktthermen besuchen und befragen (25.-26.11., 11:00-16:00 Uhr).

Dr. Karl-Uwe-Mahler

Zur Person

Studium in Kiel, Berlin und Mainz. Mitarbeit in verschiedenen Drittmittel-geförderten Forschungs- und Grabungsprojekten im In- und Ausland (u.a. UNESCO-Welterbestätten Lepcis Magna, Petra und Trier). Lehrtätigkeit (seit 2007) an den Universitäten Mainz, Gießen, Frankfurt und an den Hochschulen Wiesbaden und Trier. Zuletzt Schwerpunkt in der Lehre auf Vermittlung von archäologischem Erbe im Rahmen des Studienganges „Baukulturerbe” an der Hochschule Wiesbaden. Seit 2019 zuständig für die römischen Bauten am Rheinischen Landesmuseum Trier.

UNESCO-Welterbe Trier

Zur Blog-Reihe

1986 wurden die Römerbauten Porta Nigra, Amphitheater, Kaiserthermen, Barbarathermen, Konstantin-Basilika, Römerbrücke und Igeler Säule sowie der Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche zum UNESCO-Welterbe erklärt. Dr. Karl-Uwe Mahler vom Rheinischen Landesmuseum Trier beleuchtet in einer fünfteiligen Reihe das Trierer Welterbe mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten.

Warum es etwas Besonderes war, dass 1986 gleich neun Trierer Bauwerke in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen worden sind, kannst du hier nachlesen: „Welterbe in Trier – wie alles begann“



Titelfoto: AVG Trier und GDKE/Rheinisches Landesmuseum Trier, Foto: Th. Zühmer

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