Wie ein Schmunzler zum Bestseller wurde

Trier feierte 2018 den 200. Geburtstag von Karl Marx. Zu diesem Jubiläum sollte es ein ganz besonderes Souvenir geben. Was lag also näher, als den Autor des „Kapitals“ mit einem Geldschein zu ehren? Was als Augenzwinkern begann, entwickelte sich zum Kassenschlager. Anlässlich der 2022-Edition werfen wir für euch einen Blick zurück auf die Geschichte des Karl Marx-0-Euro-Scheins.

Geboren wurde die Idee aufgrund des Karl Marx-Jubiläums im Jahre 2018. Zeit also, dem bekanntesten Sohn Triers ein Souvenir zu widmen. Daher wurden verschiedene Ideen gesammelt, unter denen nach dem Vorbild anderer Städte auch ein 0-Euro-Schein war. Dieser war die perfekte Gelegenheit, mit einem Augenzwinkern an Karl Marx, sein Leben und sein Werk zu erinnern: Ein Geldschein, der, für 3 Euro verkauft, aber gemäß Aufdruck 0 Euro wert, auch ein Symbol für Marx‘ Kapitalismuskritik sein konnte.

Karl Marx‘ Kapitalismuskritik in a nutshell: Geld bezahlen, um kein Geld zu bekommen. Aber einen unnachahmlichen Wert hat das augenzwinkernde Souvenir natürlich trotzdem – zumindest für Sammler.

Zunächst wurden dafür verschiedene Entwürfe angefertigt. Letztendlich entschied man sich aber dafür, sich am alten 100-Mark-Schein zu orientieren und ein ähnliches Konterfrei des Autors für das Souvenir zu verwenden. Bis heute liegt das Copyright dieses Entwurfes einmalig bei der Trier Tourismus und Marketing GmbH. Doch die große Frage war: Wie kommt die ironische Idee bei den Kunden an?

Von Trier aus in über 60 Länder

Die Antwort: Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich der 0-Euro-Schein 2018 zum Bestseller in der Tourist-Information, vor allem aber auch im Onlineshop. Bereits zwei Wochen nach Verkaufsstart waren die ersten Scheine ausverkauft, und es musste nachbestellt werden. Doch es sollte nicht die einzige bleiben, denn insgesamt hieß es damals fünfmal: Wir brauchen neue Marx-Scheine.

Die Scheine wurden bis heute in über 60 Länder geliefert und das weltweit, ob nach Malaysia, Finnland oder Chile. Aber nicht nur die Marx-Geldnote an sich schaffte es in die ganze Welt, sondern auch die Berichterstattung, sodass sogar chinesische Zeitungsartikel den 0–Euro-Schein mit Karl Marx vor der Porta Nigra zeigten.

Mit diesem Foto wurde unsere Kollegin Lena über Nacht zum Internetstar: Auf der ganzen Welt druckten Medien das Bild ab, auf dem sie den damals brandneuen 0–Euro–Schein in die Kamera hielt.

In jedem Jahr gibt es eine neue Edition des Geldscheines, denn die Jahreszahl ist jeweils auf den Geldschein gedruckt, der übrigens wie ein echter Geldschein hergestellt wird. Das bedeutet außerdem, dass er über alle Eigenschaften richtiger Geldscheine verfügt, wie etwa die Sicherheitsmerkmale. Die unterschiedlichen Seriennummern machen jedes Exemplar zu einem Unikat.

Jeder Jahrgang ein Sammlerstück

So werden die Scheine jedes Jahrgangs zu einem eigenen Sammlerstück, das bis heute heiß begehrt ist. „Wir haben Kunden, die kaufen in jedem Jahr einen neuen Schein, da jede Jahresedition unter Sammlern wie ein neuer Schein betrachtet wird“, erklärt Caroline Baranowski, Leiterin der Tourist–Information an der Porta Nigra. Und so war es auch in diesem Jahr wieder so weit, als die 2022 erschienenen 0–Euro-Scheine mit Karl Marx in der Tourist Information eintrafen: Die Scheine mussten verpackt und weltweit verschickt werden.

Karl Marx wollte vielleicht das Geld abschaffen, aber in Trier hat sich gezeigt, dass ausgerechnet „seine“ Geldscheine ein wahrer Kassenschlager sind.

Mehr Sein als Schein: Unsere Tipps zum Weiterklicken

Lust auf euren persönlichen 0–Euro–Schein bekommen? Hier kommt er euch schnurstracks ins Haus geflattert.

Übrigens hat es nach Karl Marx auch die Porta Nigra auf einen 0–Euro–Schein geschafft. Mehr seht ihr hier.

Jetzt seid ihr aber neugierig geworden und möchtet mehr über Karl Marx erfahren? Dann geht doch mit unserem Nachtwächter durch die Innenstadt und lernt mehr aus der spannenden Zeit des 19. Jahrhunderts. Hier geht es zu den Tickets unserer öffentlichen Nachtwächter Termine.

Oder aber, ihr wollt euch ganz Karl Marx verschreiben. Das geht natürlich auch. Hier geht es zu unseren Marx–Rundgängen.

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