Veganuar – aber auf Trierisch?

Was wäre ein neues Jahr ohne gute Vorsätze? Entspannt, unaufgeregt und eigentlich genau wie die letzten elf Monate. Trotzdem lassen viele es sich nicht nehmen, dem zurückliegenden Feiertagsüberfluss nochmal nachträglich an den Kragen zu wollen. Die einen melden sich im Fitnessstudio an und erfreuen sich am ersten erfolgreichen Schweißausbruch, während andere auf temporäre Entsagung setzen: Neben Vorsätzen, den ersten Monat des Jahres auf Zucker zu verzichten oder, im Rahmen des Dry-January, vier Wochen lang keinen Alkohol zu trinken, erfreut sich vor allem der Veganuar steigender Beliebtheit. Im Zentrum der Online-Kampagne steht die Aufgabe, einen Monat lang keine tierischen Produkte zu sich zu nehmen. Wer es ausprobieren möchte, ohne dabei wochenlang auf die geliebten Trierer Traditionsgerichte verzichten zu müssen, findet hier Abhilfe: 5 Trierer Originale, die sich mit dem ein oder anderen Trick ganz leicht veganisieren lassen.

Achtung Spoiler: Flieten sind in dieser Auflistung nicht dabei. Bis Februar zu warten, ist in diesem Fall einfacher, als den Sellerie formschön zu schnitzen.


Seinen Ursprung hatte der Aktionsmonat Veganuar oder Veganuary bereits 2014 in Großbritannien. Seit 2019 breitet er sich verstärkt auch in Deutschland aus und wird zunehmend vom Handel unterstützt. Die Teilnehmerzahlen steigen stetig: Während sich zu Beginn nur knapp 13.000 Neugierige an der Aktion beteiligten, waren es 2023 bereits über 700.000. Wer von euch ist dieses Jahr dabei?

 

1. Teerdisch

 

Die Hauptzutaten des Trierer Klassikers, Sauerkraut und Kartoffeln, sind immer schon vegan. Um ein cremiges Püree herzustellen, eignen sich – statt Milch und Butter – pflanzliche Alternativen insbesondere dann gut, wenn sie ungesüßt sind. Wer auf ein herzhaftes Topping nicht verzichten will, kann den üblichen Speck mit kross gebratenen Würfeln aus Räuchertofu ersetzen. Klassischerweise gehört auch Riesling ins Teerdisch – aber ist Wein nicht sowieso vegan? Hier kommt es auf die Klärungsmethode an: Wenn bei der Klärung tierische Produkte, etwa Gelatine, genutzt werden, ist der Wein nicht vegan. Alternativen, auch von der Mosel, gibt es inzwischen aber viele.

 

2. Birrebunnes

 

Traditionell in der Eifel beheimatet, besteht der Birrebunnes (Birnenkuchen) grundsätzlich nur aus getrockneten Birnen, Rübenkraut und Hefeteig. Während also die Kuchenfüllung ohnehin ganz vegan daherkommt, braucht es lediglich für den Teig ein paar kleine Tricks, um Milch, Butter und Ei zu ersetzen. Während Pflanzenmilch und Margarine unkomplizierte Platzhalter sind, braucht es beim Ei einen kleinen Kniff, der sich allerdings allgemein fürs vegane Kuchenbacken verwenden lässt. Ein Ei kann durch 2-3 EL Apfelmus gut ersetzt werden – das Ergebnis ist ein saftiger Teigboden. Statt der üblichen Streusel eigenen sich auch einige fein aufgeschnittene, frische Birnenspalten.

 

3. Krumpernschnietscher

 

Wer sich auf dem Weihnachtsmarkt noch nicht dran sattgegessen hat und auch im Januar noch Lust auf Krumpernschnietscher (oder Kartoffelpuffer) hat, der kann schnell ein einfaches und günstiges veganes Gericht auf die Teller bringen. Auf das Ei, was zur Bindung häufig unter den Teig gemischt wird, kann ganz einfach verzichtet werden. Wichtig ist dabei nur, dass die Kartoffeln gut ausgedrückt und mit ausreichend Mehl vermengt werden. Dann klappt es auch mit der Bindung!

 

4. Viezäppel

 

Dieses einfache Dessert, das ursprünglich aus dem Saarland stammt, schmeckt besonders mit einer Kugel (pflanzlichem) Vanilleeis prima. Für die Äpfel muss man zunächst nur Viez mit Zimt, Vanille und Rosinen aufkochen. In einer Auflaufform werden die halbierten und entkernten Äpfel danach mit dem gewürzten Viez übergossen und für ca. 15 min bei 180°C im Ofen gebacken. Besonders während der kalten Jahreszeit wärmt dieses Gericht von innen.

 

5. Rieslingsuppe

 

Riesling wird an der Mosel nicht nur getrunken, sondern auch fürs Kochen verwendet. Für die kalte Jahreszeit eignet sich die traditionelle Rieslingsuppe ganz besonders. Allerdings wird für ihre Zubereitung meist Sahne oder Rahm in industriell anmutenden Mengen verwendet. Was kann bei einer Alternative Abhilfe schaffen? Eine Mischung aus Pastinaken- und Kartoffelpüree – am besten mit einem kleinen Schuss veganer Sahne – verleiht der Ersatzversion das typische Aussehen und sättigt außerdem zusätzlich. Eine ideale Lösung für alle, die sich auch im Veganuar nicht die Suppe vom Teller nehmen lassen wollen.

 

Von Teerdisch bis Birrebunnes: Welche Trierer Original-Rezepte lassen sich ganz einfach veganisieren?

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