Ein guter Sommertag in Trier muss weder im Morgengrauen beginnen noch lückenlos durchorganisiert sein. Er braucht nur eine gewisse Dramaturgie: erst Weitsicht, dann Weltgeschichte, später Wein und zum Schluss… Musik. Dazwischen bleibt genügend Zeit, um sich treiben zu lassen – To-Do-Listen-Abhaken ist schließlich keine Entspannungsmethode.
8:30 Uhr: Frühstück über Triers Dächern

Kaffee in den Thermosbecher, beim Bäcker ein Croissant eingesammelt und dann hinauf zu einem der vielen tollen Aussichtspunkten, die links und rechts der Mosel spektakuläre Weitsichten über die Stadt erlauben. Besonders unkompliziert gelingt das auf dem Petrisberg, wo sich zwischen Weinbergen der Blick über Stadt, Moseltal und Römerbauten öffnet. Auf der anderen Moselseite bietet die Mariensäule eine ebenso schöne, aber völlig andere Perspektive. Ein wenig Bewegung gehört jeweils dazu, hält sich jedoch – dank Parkplatznähe – in erfreulichen Grenzen. Und spätestens, wenn die ersten Sonnenstrahlen über den Dächern liegen, wirkt selbst frühes Aufstehen in den Ferien wie eine vernünftige Entscheidung.
11:00 Uhr: Nach dem Kaffee- auch den Wissensdurst stillen

Je nachdem, wie lange Ausschlafen und Frühstück mit Aussicht dauern, könnt ihr euren Sommertag um 11 Uhr mit einer Stadtführung fortsetzen. In rund 90 Minuten geht es von der Porta Nigra über Hauptmarkt, Judengasse und Dom zu Liebfrauenkirche, Konstantin-Basilika und Kurfürstlichem Palais. Unterwegs erfahrt ihr, wie das Leben in der römischen Metropole aussah, warum mittelalterliche Bürger in die Höhe bauten und was Affen, Ritter und Kirchtürme mit Triers Stadtgeschichte zu tun haben. Gleich vier UNESCO-Welterbestätten liegen auf dem Weg. Zusätzliche Termine gibt es von Mai bis Oktober um 11.30 und 14.30 Uhr sowie freitags um 17 Uhr und samstags um 12 Uhr (alles zum Wohle der Langschläfer).
13:00 Uhr: Mittagspause und Shopping-Tour


Am Kurfürstlichen Palais endet die Führung – und damit meist auch die Aufnahmefähigkeit für weitere historische Details. Direkt dahinter wartet der Palastgarten mit schattigen Bäumen, großen Wiesen und ausreichend Platz für eine Pause. Wer Hunger oder Durst hat, findet rundherum Cafés und Biergärten. Danach führt ein entspannter Spaziergang vorbei an den Kaiserthermen und der Tuchfabrik zurück in Richtung Innenstadt. In der Neustraße reihen sich inhabergeführte Geschäfte, kleinere Cafés und alternative Läden aneinander. Ein guter Ort zum Stöbern, Sitzenbleiben und für die Erkenntnis, dass auch Nichtstun durchaus ein ernst zu nehmender Programmpunkt sein kann. Profi-Tipp: Am nahegelegenen Viehmarkt findet ihr zwischen April und September auch jeden Dienstag und Freitag von 07:00-14:00 Uhr Triers gemütlichen Wochenmarkt.
17:00 Uhr: Besuch am Weinstand

Unsere englischsprachigen Freunde wissen es längst: It’s always five o’clock somewhere. Irgendwo ist also immer schon 17 Uhr – und damit der Zeitpunkt erreicht, an dem ein Glas Wein gesellschaftlich vollkommen vertretbar ist und der gemütliche Teil des Sommertags beginnen darf. In Trier trifft man sich dafür am Weinstand auf dem Hauptmarkt, ganz gleich, ob man hier wohnt oder gerade zu Besuch ist. Von März bis Ende Oktober präsentieren sich dort im Wechsel mehr als 80 Winzerbetriebe von Mosel, Saar und Ruwer. Die Weingüter sind persönlich vor Ort, beraten euch und helfen dabei, den Wein zu finden, der gerade perfekt in euren Abend passt.
20:00 Uhr: Der musikalische Ausklang – Jazz im Brunnenhof

Wenn endlich die Hitze aus den Gassen weicht, beginnt im Brunnenhof der musikalische Teil des Abends. Direkt neben der Porta Nigra bringt die Reihe „Jazz im Brunnenhof“ im Juli und August jeden Donnerstag regionale und internationale Musikerinnen und Musiker auf die Bühne. Das Programm reicht von klassischem und modernem Jazz bis zu Soul, Funk und Blues. Entsprechend gemischt ist auch das Publikum: Einige hören jede harmonische Wendung, andere genießen einfach Musik, warme Abendluft und ein Glas Wein. Beides ist vollkommen legitim. Mehr muss der perfekte Sommertag in Trier am Ende eigentlich nicht leisten.